Orofaziale Dysfunktionen osteopathisch behandeln | kieferorthopädische Behandlungen begleiten
Immer wieder kommen Kinder mit Beschwerden in die osteopathische Praxis, deren Ursachen im Kieferbereich liegen. Doch allzu oft wird die Ursache nicht richtig diagnostiziert. In diesem Kurs lernen Sie die funktionellen Grundlagen des Kieferbereichs, die osteopathische Untersuchung inkl. praktischer Test und die osteopathischen Behandlungsmöglichkeiten kennen, um Ihren jungen Patienten weiterhelfen zu können.
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Nach dem Kurs können Sie:
- die Entwicklung orofazialer Funktionen nachvollziehen und osteopathisch einordnen
- orale Restriktionen funktionell beurteilen und von kompensatorischen Mustern unterscheiden
- Befunde an Kiefer und Zunge mit Schädel, Halswirbelsäule, Haltung und Gesamtentwicklung in Beziehung setzen
- aus den Befunden eine altersgerechte osteopathische Behandlungsstrategie ableiten und praktisch umsetzen
- wichtige kieferorthopädische Apparaturen und deren mögliche funktionelle Auswirkungen einordnen
- Kinder vor, während und nach einer kieferorthopädischen Behandlung osteopathisch begleiten
Warum bleibt bei manchen Kindern der Mund häufig offen? Weshalb findet die Zunge keine stabile Ruhelage am Gaumen? Und warum lassen sich Kieferentwicklung, Schluckmuster, Atmung und Haltung in der Praxis oft nicht voneinander trennen? In der Osteopathie betrachten wir den kindlichen Kiefer deshalb als Teil eines funktionellen Gesamtsystems.
Der rote Faden dieser dreitägigen Fortbildung lautet: Funktion formt Struktur. Sie verfolgen, wie sich orale Funktionen entwickeln. Dabei betrachten Sie das Zusammenspiel von Zunge, Lippen, Wangen, Kiefergelenk, Mundboden, Schädel, Atmung, Kopf und Halswirbelsäule aus osteopathischer Sicht.
Darauf aufbauend erarbeiten Sie eine strukturierte, altersgerechte osteopathische Befundung für Kleinkinder bis Jugendliche. Sie untersuchen Nasenatmung und Lippenschluss, Zungenruhelage und -beweglichkeit, Kauen und Schlucken. Orale Restriktionen werden nicht auf das Zungenband reduziert, sondern mit der tatsächlichen Funktion, möglichen Kompensationen und dem Gesamtbefund des Kindes in Beziehung gesetzt. Aus den Befunden leiten Sie eine individuelle osteopathische Behandlungsstrategie ab.
Der Praxisteil verbindet die funktionellen Grundlagen mit osteopathischer Befundung, praktischen Tests, manuellen und osteopathischen Behandlungsmöglichkeiten und Fallbeispielen.
Ein kompakter kieferorthopädischer Teil vermittelt typische Bissabweichungen und wichtige Apparaturen. Sie lernen, welche funktionellen Veränderungen auftreten können und wie Sie Kinder vor, während und nach einer kieferorthopädischen Behandlung osteopathisch begleiten. Hierzu gehört auch die Grenzen der eigenen Behandlung zu erkennen und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit gezielt anzubahnen.
- Die Kursgebühr beträgt 630,00 €.
- Der Kurs dauert 3 Tage.
- Voraussetzung zur Teilnahme ist eine abgeschlossene Osteopathie-Ausbildung mit mind. 1350 UE.
- Für diesen Kurs erhalten Sie bei VOD/BVO 30 Fortbildungspunkte (FP).