Integrative Kinder-Osteopathie® – Modul 3: Wahrnehmung

Frühgeburtlichkeit, Immunsystem, Reifung des zentralen Nervensystems, Sinnesorgane

Im dritten Teil der Ausbildungsreihe “Integrative Kinder-Osteopathie®” erarbeiten Sie theoretisch und praktisch die osteopathische Behandlung des Frühgeborenen. Sie befassen sich in diesem Zusammenhang mit dem Immunsystem, den Sinnesorganen und der Reifung des zentralen Nervensystems (ZNS).

Es werden Ansätze für die Behandlung des urogenitalen Bereichs, von ADS/ADHS
sowie bei sensorischen Integrationsstörungen erörtert. Einen Einblick in
die Vielfalt der osteopathischen Behandlungsmöglichkeiten erhalten Sie beim
Thema „Osteopathie beim Kind mit speziellem Förderbedarf“.

Noch einmal kehren wir zusammen zu den zartesten Strukturen des kindlichen
Systems zurück, dem sich entwickelnden und wachsenden Nervensystem. Entlang des
Beispiels der Frühgeburt entdecken Sie die vielfältigen Auswirkungen von
Störungen des Nervensystems auf den kleinen Menschen.

Laut einer aktuellen Studie der WHO wird eins von zehn Babys weltweit zu
früh geboren. Sie müssen das schützende und wiegende Umfeld der Gebärmutter zu
früh verlassen, werden häufig beatmet und werden oft für längere Zeit im
Inkubator liegen. Durch medizinische Interventionen erfahren sie sowohl Schlaf-
und Ruheunterbrechungen wie auch Schmerzen und müssen oft für längere Zeit auf
den beruhigenden Hautkontakt mit ihrer Mutter verzichten.

Dies führt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Nervensystem des jungen Babys
noch in einem Reifungsprozess befindet, zu neurohormonellen Reaktionen, deren
Effekt sich häufig erst in der späteren Entwicklung des Kindes manifestiert. So
spielt die neurohormonelle Situation eine wichtige Rolle in der körperlichen,
kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung und beeinflusst das
Immunsystem wie auch die psychische Situation.

In diesem Modul  der Ausbildungsreihe  “Integraitve3
Kinder-Osteopathie” betrachten wir die Auswirkungen von Stress auf
das Immunsystem
und gehen in Theorie und Praxis auf die osteopathischen
Möglichkeiten zur Unterstützung des Immunsystems ein.

Zur motorischen Reifung gehört die uneingeschränkte Kompetenz
Sinneseindrücke aufzunehmen, neuronal zu verarbeiten, zu interpretieren und
letztendlich in Reaktionen umzusetzen. So ist die Entwicklung der Sinnesorgane
von der Geburt bis zum sechsten/siebten Lebensjahr eng verbunden mit dem
starken Wachstum im Bereich des Schädels und damit der Augenhöhlen
und ihrem Inhalt. Insofern sollten wir Osteopathen gerade dieser
Entwicklungsdynamik besondere Aufmerksamkeit schenken. In Vorträgen und
praktischen Übungen werden Sie sich diesen Aspekten widmen.

Bei Kindern mit sensomotorischen Reifungs- und Integrationsstörungen,
die ungeschickt oder ungelenk sind, Probleme mit der Wahrnehmung oder vielleicht
sogar neurologische Probleme haben, sollte immer auch geprüft werden, ob
mechanische, craniosakrale oder viszerale Belastungen den normalen
sensomotorischen Input beeinträchtigen. Hierzu gehören auch die Kinder
mit ADHS/ADS
, ein Konsultationsgrund, dem wir häufig in unserer
osteopathischen Praxis begegnen. Diese Themen werden hier mit Vorträgen und
entsprechenden praktischen Übungen bearbeitet.

Miktionsstörungen stellen die zweithäufigste chronische
Erkrankung im Kindesalter dar. Insofern sehen wir sowohl in der osteopathischen
Praxis, beim Kinderarzt und Kinder-Urologen kindliche Miktionsstörungen als
häufigen Konsultationsgrund. Aus diesem Grund soll auch diesem Thema in diesem
Modul 3 der Kursreihe “Integrative Kinder-Osteopathie” ein Vortrags-
und Praxisteil gewidmet werden.

Schließlich widmen wir uns dem Thema des Kindes mit speziellem
Förderbedarf
. Gerade Kinder mit Behinderungen können sehr von
osteopathischen Behandlungen und auch einer langfristigen osteopathischen
Begleitung profitieren. So unterschiedlich die Auswirkungen auf das Kind sind,
sind jedoch immer alle Sinnesbereiche betroffen. Hier werden wir insbesondere
die Pathogenese, die Symptomatiken wie auch die osteopathischen
Behandlungsansätze zu verschiedenen Krankheitsbildern besprechen.

Dieser Kurs wird durch Integrative Kinder-Osteopathie Modul 4: Das vegetative Nervensystem fortgesetzt.