Osteopathie bei Kindern 4: Wahrnehmung

Frühgeburtlichkeit, Immunsystem, Reifung des zentralen Nervensystems, Sinnesorgane

Im vierten und letzten Teil der Ausbildungsreihe Kinderosteopathie erarbeiten Sie theoretisch und praktisch die osteopathische Behandlung des Frühgeborenen. Sie befassen sich in diesem Zusammenhang mit dem Immunsystem, den Sinnesorganen und der Reifung des zentralen Nervensystems (ZNS).

Es werden Ansätze für die Behandlung des urogenitalen Bereichs, von ADS/ADHS sowie bei sensorischen Integrationsstörungen erörtert. Einen Einblick in die Vielfalt der osteopathischen Behandlungsmöglichkeiten erhalten Sie beim Thema „Osteopathie beim Kind mit speziellem Förderbedarf“.

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Noch einmal kehren wir zusammen zu den zartesten Strukturen des kindlichen Systems zurück, dem sich entwickelnden und wachsenden Nervensystem. Entlang des Beispiels der Frühgeburt entdecken Sie die vielfältigen Auswirkungen von Störungen des Nervensystems auf den kleinen Menschen.

Laut einer aktuellen Studie der WHO wird eins von zehn Babys weltweit zu früh geboren. Sie müssen das schützende und wiegende Umfeld der Gebärmutter zu früh verlassen, werden häufig beatmet und werden oft für längere Zeit im Inkubator liegen. Durch medizinische Interventionen erfahren sie sowohl Schlaf- und Ruheunterbrechungen wie auch Schmerzen und müssen oft für längere Zeit auf den beruhigenden Hautkontakt mit ihrer Mutter verzichten.

Dies führt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Nervensystem des jungen Babys noch in einem Reifungsprozess befindet, zu neurohormonellen Reaktionen, deren Effekt sich häufig erst in der späteren Entwicklung des Kindes manifestiert. So spielt die neurohormonelle Situation eine wichtige Rolle in der körperlichen, kognitiven, sozialen und emotionalen Entwicklung und beeinflusst das Immunsystem wie auch die psychische Situation.

In diesem Kursteil 4 der Ausbildungsreihe  Kinderosteopathie am Osteopathie-Institut Frankfurt betrachten wir die Auswirkungen von Stress auf das Immunsystem und gehen in Theorie und Praxis auf die osteopathischen Möglichkeiten zur Unterstützung des Immunsystems ein.

Zur motorischen Reifung gehört die uneingeschränkte Kompetenz Sinneseindrücke aufzunehmen, neuronal zu verarbeiten, zu interpretieren und letztendlich in Reaktionen umzusetzen. So ist die Entwicklung der Sinnesorgane von der Geburt bis zum sechsten/siebten Lebensjahr eng verbunden mit dem starken Wachstum im Bereich des Schädels und damit der Augenhöhlen und ihrem Inhalt. Insofern sollten wir Osteopathen gerade dieser Entwicklungsdynamik besondere Aufmerksamkeit schenken. In Vorträgen und praktischen Übungen werden Sie sich diesen Aspekten widmen.

Bei Kindern mit sensomotorischen Reifungs- und Integrationsstörungen, die ungeschickt oder ungelenk sind, Probleme mit der Wahrnehmung oder vielleicht sogar neurologische Probleme haben, sollte immer auch geprüft werden, ob mechanische, craniosakrale oder viszerale Belastungen den normalen sensomotorischen Input beeinträchtigen. Hierzu gehören auch die Kinder mit ADHS/ADS, ein Konsultationsgrund, dem wir häufig in unserer osteopathischen Praxis begegnen. Diese Themen werden hier mit Vorträgen und entsprechenden praktischen Übungen bearbeitet.

Miktionsstörungen stellen die zweithäufigste chronische Erkrankung im Kindesalter dar. Insofern sehen wir sowohl in der osteopathischen Praxis, beim Kinderarzt und Kinder-Urologen kindliche Miktionsstörungen als häufigen Konsultationsgrund. Aus diesem Grund soll auch diesem Thema in diesem Kurs 4 des Osteopathie-Institut Frankfurt ein Vortrags- und Praxisteil gewidmet werden.

Schließlich widmen wir uns dem Thema des Kindes mit speziellem Förderbedarf. Gerade Kinder mit Behinderungen können sehr von osteopathischen Behandlungen und auch einer langfristigen osteopathischen Begleitung profitieren. So unterschiedlich die Auswirkungen auf das Kind sind, sind jedoch immer alle Sinnesbereiche betroffen. Hier werden wir insbesondere die Pathogenese, die Symptomatiken wie auch die osteopathischen Behandlungsansätze zu verschiedenen Krankheitsbildern besprechen.

Nach Erhalt des Zertifikats der Ausbildungsreihe Kinderosteopathie ist ein Eintrag in die Therapeutenliste möglich.

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