Osteopathie bei Kindern 1: Grundlagenkurs

Grundlagen einer kinderosteopathischen Behandlung, prä- und postnatale Behandlung der Mutter

Im ersten Teil der Ausbildungsreihe Kinderosteopathie befassen wir uns mit der normalen Geburt, der speziellen anatomischen Situation des Neugeborenen, Geburtskomplikationen und ihren möglichen Folgen.

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Neben theoretischen Grundlagen nähern wir uns dem Säugling in einem ausführlichen Praxisteil auf fluidaler und membranöser Ebene an. Wir befassen uns mit der Behandlung intraossärer Dysfunktionen (z. B. Plagiocephalie) und der osteopathischen Behandlung bei Anpassungsstörungen des jungen Säuglings (Koliken, Reflux u. v. m.). Ein weiterer Schwerpunkt sind die osteopathischen Behandlungsansätze für die Mutter im Zusammenhang mit der Schwangerschaft und Entbindung.

Jede Schwangerschaft und Geburt sind auf ihre Weise einzigartig und prägen die erste Begegnung von Mutter und Kind. Nach der Geburt können Kinder viele Symptome zeigen: vom Schiefhals bis zur Zerebralparese. Sie bleiben selten ruhig liegen. Tun sie das doch, müssen wir aufmerken. Babys schreien oft auch ohne erkennbaren Grund, doch wenn sie nie schreien, kann das ebenfalls ein Zeichen für ein großes Problem sein – alles ist also möglich. Aus diesem Grund beschäftigt sich der Kurs Kinderosteopathie 0 des Osteopathie-Instituts Frankfurt bereits mit Untersuchungsmethoden zum Erkennen von Verdachtsmomenten.

Der Säugling hat einen hohen Anteil Flüssigkeiten in seinem Körper. Die Knochen sind noch nicht komplett ossifiziert und der ganze Körper ist voller Wachstumsdynamik. Erfährt das Kind Kompressionen seines Körpers bereits intrauterin oder unter der Geburt, zeigt sich dies in einer Einschränkung der dreidimensionalen Ausbreitung seines kleinen Körpers, seiner Faszien wie auch als intraossäre Kompressionen. Ebenso wird das vegetative Nervensystem dadurch häufig irritiert werden. Aus diesem Grund benötigen das Neugeborene und der junge Säugling eine sehr feine palpatorische Annäherung, die auf die Wahrnehmung der Flüssigkeiten und der Dynamik des Kindes ausgerichtet ist.

Wir lassen uns dabei von dem salutogenetischen Ansatz „in die Gesundheit sollst du schauen – Krankheiten finden kann jeder“ von A.T. Still führen und wenden die osteopathischen Aspekte („das oberste Prinzip ist die Dynamik der Arterie“) auf die zarten Strukturen des Kindes an. Auch ist das Kind noch so nah an seiner embryologischen und fetalen Entwicklung, dass uns das Wissen um die embryologischen Zusammenhänge in der Entwicklung unserer palpatorischen Wahrnehmung unterstützen wird.  

Zumeist ist es die Mutter, die im Leben des kleinen Babys zunächst die wichtigste Bindungsperson darstellt. Hat sie während der Schwangerschaft oder unter der Geburt überwältigende physische oder psychische Erfahrungen machen müssen, kann dies u.U. eine gute Kontaktaufnahme zwischen Mutter und Kind verhindern und die Entwicklung von Bindung beeinträchtigen. Aus diesem Grund ist es aus osteopathischer Sicht wichtig, auch der Mutter eine ausgleichende und stärkende Behandlung zukommen zu lassen – auf physischer wie auch auf neurovegetativer Ebene.

Wichtige Lernziele dieses Kursteils 1 des Osteopathie-Instituts Frankfurt sind deshalb

  1. die spezielle osteopathische Untersuchung in der Osteopathie des Kindes
  2. die (Weiter-)Entwicklung der palpatorischen Wahrnehmung mit der Frage: wie nähern wir uns dem jungen Säugling an? Wie entwickelt sich der Behandlungsprozess?

Dieser Kurs wird durch Osteopathie bei Kindern 2: Bewegungsapparat fortgesetzt.

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