Osteopathie bei Kindern 3: Das vegetative Nervensystem

Lösungsansätze für die Folgen kindlicher traumatischer Erfahrungen von Geburt, Unfällen, Operationen u. v. m.

Im dritten Teil der Kinderosteopathie-Ausbildung befassen wir uns mit neurobiologischen und neuropsychologischen Sichtweisen bei vegetativen Dysregulationen des Kindes und mit der Art und Weise wie wir diese Erkenntnisse in eine osteopathische Behandlung von Säuglingen und Kindern umsetzen können.

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Im Praxisteil beschäftigen wir uns mit dem Erkennen von und dem Umgang mit Trauma im Gewebe sowie mit der osteopathischen Behandlung des autonomen Nervensystems (ANS) bei geburtlichen traumatischen Mustern. Dazu arbeiten wir auch mit bindungsstärkenden Aspekten.

In der prä- und perinatalen Situation kann es beim Baby durch das intrauterine Erleben der Schwangerschaft, dem Ereignis der Geburt oder dem postnatalen Erleben in manchen Fällen zu Erfahrungen von tiefem Überwältigtsein des noch unreifen Nervensystems des Säuglings kommen.

Der Säugling zeigt dies dann auf eine vielfältige Weise als Anpassungsstörung. Nicht nur Schlafstörungen, Unruhe oder langanhaltendes Weinen, sondern auch gastro-ösophagaler Reflux oder Koliken können Zeichen einer vegetativen Dysregulation darstellen. Bleibt der junge Säugling in seiner neurovegetativen Erregungslage „hängen“, so kann sich dies im weiteren Entwicklungsverlauf u. U. als eine erhöhte Infektanfälligkeit oder an Darm- und Hautproblemen, Haltungs-, Kopfschmerz- und Verhaltensthemen zeigen.

Wenn das Kind auf die Welt kommt, ist sein Nervensystem, vor allen Dingen sein vegetatives Nervensystem, noch nicht so ausgereift, dass das Kind sich selbst regulieren kann. Es benötigt zur Selbstregulation das stabile Nervensystem der Mutter. Um das Neugeborene in seinen Anpassungsstörungen zu unterstützen, ist es überaus hilfreich die vegetative Erregungslage der (oftmals sehr erschöpften oder erregten) Mutter zu regulieren.

Damit erfahren Mutter und Kind eine Bindungsstärkung und der junge Säugling erlangt eine verbesserte Fähigkeit zur Selbstregulation. Hier gibt es sehr gute Behandlungsansätze, die im Rahmen dieses Kinderkurs 3 des Osteopathie- Instituts Frankfurt unterrichtet werden.

Auch Krankenhausaufenthalte, Operationen, Unfälle oder andere überfordernde Ereignisse können das Kind tiefgreifend in seiner Fähigkeit zur Selbstregulation beeinträchtigen. In der osteopathischen Befundung unserer kleinen Patienten finden wir dann eine mehr oder weniger hochgradige Erregung des jungen Nervensystems. Insofern ist die Behandlung des Vegetativums ein Grundpfeiler der Alltagspraxis einer kinderosteopathischen Behandlung, immer mit dem Ziel die Fähigkeiten zur Autoregulation wiederherzustellen. 

Im Theorieteil werden wir Ihnen zu der Frage, was Trauma im Körper macht, die modernen neuropsychologischen Forschungsarbeiten zu diesem Thema vorstellen.

Im Praxisteil werden wir Ihnen einen Zugang zeigen, wie Sie über nonverbale aber auch verbale Kommunikation mit dem Nervensystem des Gegenübers in Beziehung treten und es mit verschiedenen Techniken in eine neurovegetative Regulation begleiten können. Dazu ist es wichtig wahrzunehmen, in welchem Erregungszustand sich das Kind mit seinem kleinen Nervensystem gerade befindet und was es benötigt, um in seine Kraft zu kommen. Zusammen beschäftigen wir uns mit dem Erkennen von und dem Umgang mit Trauma im Gewebe, sowie der osteopathischen Behandlung des ANS bei geburtlichen traumatischen Mustern.

Um das Kind in seiner Regulationsfähigkeit und damit seine Gesundheit zu unterstützen, werden in diesem Kinderkurs 3 des Osteopathie- Instituts Frankfurt Techniken zur Regulation des Nervensystems im Kontext einer osteopathischen Behandlung gezeigt.

Darüber hinaus begegnen wir in der kinder-osteopathischen Praxis häufig auch Bindungs- und Beziehungsproblemen. Das Wissen um die psychoemotionale Entwicklung vom jungen Säugling bis zum Schulkind hilft Ihnen bei der Einschätzung dieser Aspekte und bei der Unterstützung der Eltern.

Dieser Kurs wird durch Osteopathie bei Kindern 4: Wahrnehmung fortgesetzt.

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